Frank Corcoran

irish composer

1999 WE ARE HERE . HEAR – HEAR

DIE WELT

Sweeneys Visionen über Irlands Leid auf CD gepresst

Veröffentlicht am 28.12.1999

Wie eine irische Quelle ums Jahr 1200 berichtet, verlor der König von Nordirland in der blutigen Schlacht von Maigh Rath anno 637 den Verstand. Die erst in den achtziger Jahren entstandene englische Nachdichtung von Seamus Heaney löste in dem irischen Komponisten

Frank Corcoran , seit 1983 Theorielehrer an der Hamburger Musikhochschule, “Klangbilder der Zerrüttung” aus.

Das NDR-Ensemble “Das Neue Werk” hat diese Klangbilder jetzt unter Dieter Cichewiecz auf CD eingespielt. Mad Sweeney, ein in den entlegensten Gegenden Englands und Irlands umherirrender, auf Bäumen lebender “Vogelmensch”, klagt dabei sein Leid zu Gott. Corcoran selbst leiht ihm seine Vogel-Stimme. Außer dieser melodramatischen Lautgebung wagt er noch eine zweite Annäherung an die Seelenlandschaft des verwirrten Königs: “Sweeney’s Vision”. Dabei handelt es sich um computererzeugte Stimmen des Meeres und der Lüfte.

Für die University of Wisconsin, die 1990 die alt-irische Handschrift “Book of Kells” erwarb, komponierte Corcoran außerdem seine schlagzeugbunte “Music for the Book of Kells”. Mit dem “Wind Quintett” von 1992 gibt Corcoran schließlich Strawinskys Ballett “Le Sacre du Printemps” ganz neue Töne. Das Stuttgarter Bläserquintett gibt diesem “Stück über den Wind” frischen Atem und Farbglanz ( Black Box bbm 1026 ). ll

Posted under: Humble Hamburg Musings

Comments are closed.