Frank Corcoran

irish composer

ALL MY PAST BIRTHDAYS HAVE FLOWN THE COOP. DIE WELT 2004

Von Katja Engler | Veröffentlicht am 30.04.2004 | Lesedauer: 2 Minuten
Kultur kompakt
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Das Studio 21 für aktuelle Musik gibt heute um 18 Uhr, im Mendelssohn-Saal der Hochschule für Musik und Theater ein Geburtstagskonzert für den irischen Hochschulkomponisten Frank Corcoran (60). Zur Aufführung kommen u.a. seine Werke Ice-Etchings für Cello, Joycepeak-Musik, Bachs 3. Suite für Solo-Cello. Nach dem Konzert findet ein Gespräch mit dem Komponisten statt. Der Eintritt ist frei.

A DEUTSCHLANDRADIO ELECTRONIC COMMISSION 2004

Tradurre Tradire

Von Frank Corcoran

Ein Mischpult (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Corcoran schafft in seinem elektroakustischen Werk ein Beziehungsgeflecht der Bedeutungen und Missdeutungen. (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Das Wortspiel und Sprichwort “Tradurre – Tradire” will sagen: “Übersetzen bedeutet Verrat, Betrug”. Frank Corcoran setzt sich in seiner Komposition ganz wörtlich mit diesem Grundproblem jeder sprachlichen Übersetzung und Vermittlung auseinander.

Anhand eines kurzen gälischen Gedichts des irischen Poeten Gabriel Rosenstock und dessen englischer und deutscher Übersetzung schafft Corcoran in seinem elektroakustischen Werk ein Beziehungsgeflecht der Bedeutungen und Missdeutungen. Die polyphone Klangkomposition für vier Stimmen führt den aufmerksamen Hörer in philosophische Abgründe.

Mit: Maulwerker
Ton und Technik: Folkmar Hein, Elektonisches Studio der TU Berlin

Produktion: DLR Berlin 2004
Länge: 24’01

Frank Corcoran, 1944 in Tipperary/Irland geboren, ist Komponist für Kammermusik, Symphonien, Chor- und elektroakustische Werke. Zahlreiche Preise. Er lebt in Italien und Hamburg.

SKEPTISCHES VERTRAUEN / PORTRAETKONZERT

Skeptisches Vertrauen: Porträtkonzert Frank Corcoran bei den „Horizons“ in Dublin
Szene
Frank Corcoran. Foto: Hans-Dieter Grünefeld
(nmz) –
„Der Weg vorwärts – neueste Formen und Techniken, für mich insbesondere Makrokontrapunkt – ist der Weg zurück zu tiefster menschlicher Erfahrung“, erklärt Frank Corcoran, Komponist aus Irland, sein Prinzip zeitgenössischer Musik. Wesentliche Merkmale seiner Werke sind skeptisches Vertrauen in tradierte Formen und die Reflexion religiöser Sujets, deren Bedeutung für die Gegenwart er durch eine Balance von Nähe und Distanz im musikalischen Diskurs dekliniert.
22.02.2010 – Von Hans-Dieter Grünefeld

Unter dieser Prämisse gestaltete er auch sein Porträtkonzert bei den “Horizons – Free Contemporary Music” am 19.Januar 2010 in der National Concert Hall Dublin, für das Frank Corcoran zwei Weltpremieren seines Repertoires aufs Programm gesetzt hatte. Wovon “Quasi Una Fuga” (in der Version für großes Orchester) paradigmatisch für seinen Kompositionsstil ist: nicht irgendein Spätaufguss neobarocker Reminiszenzen, sondern die sozusagen extravagante Verteilung einer Zwölftonskala auf rhythmische Zuckungen und in ihnen wandernde Klangzellen. Deren flamboyanten Timbres und kontrapunktischen Schichtungen hat Colman Pearce mit dem RTÈ National Symphony Orchestra mit verblüffenden Plots präsentiert. In mentaler Korrespondenz zu “Quasi Una Fuga” hatte Frank Corcoran die selten zu hörende “Novelette” von Witold Lutos?awski ausgewählt. Mit kantigen Motivschnitten und eruptiven Emotionen wurde die “Novelette” ein prägnantes Pendant zum eigenen Profil.

Essentiell dann für Mezzo-Sopran “Four Orchestral Prayers”, also “Gebete” (nicht konventionelle Lieder), deren komplexen Solopartien mit vier wechselnden Sprachen Chloe Hinton in nur 14 Tagen präzise vorbereiten konnte. Die Melodik (ja, Melodik!), Rezitative und Deklamationen intonierte sie ganz im Sinn und Duktus dieser philosophisch-poetischen Texte von Scotus Eriugena (irischer Philosoph, 810-877), Henry Francis (schottischer Hymniker, 1793-1847), Meister Eckhart (deutscher Mystiker, 1260-1327) und einer anonymen Villa-Inschrift des 18. Jahrhunderts aus Hamburg (“Wir bauen hier so feste / Und sind doch fremde Gäste”). Dabei war das Orchester nicht nur Klangsouffleur, sondern quasi altera vox oder komplementäre Stimme in subtilen Dialogen, die göttliche Zuneigung für die menschliche Existenz herausfordern. Als biographische Signaturen zu einem ästhetischen Zuhause in europäischem Format sind die “Four Orchestral Prayers” von Frank Corcoran ein Meisterwerk fürs 21. Jahrhundert geworden.

Irische Identität ist insular. Weshalb zur Winterszeit in Dublin “Lunchtime Concerts” (Mittagskonzerte) mit zeitgenössischer Musik durchaus Beachtung finden, preiswerte kulinarische Angebote inklusive. Auf dem europäischen Kontinent, zumindest in Deutschland, kaum vorstellbar. Doch in Dublin hat sich diese Konzertreihe unter dem Titel “Horizons” etabliert, wie Sémaus Crimmins, Direktor beim RTÈ (öffentlich-rechtlicher Rundfunk der Republik Irland / Eire) bestätigt: “Wir starteten diese Initiative zur Förderung zeitgenössischer Musik aus Irland in Zusammenarbeit mit der National Concert Hall vor einigen Jahren als ‘Teatime Concerts’, die wir etwa um 18:30 Uhr abends gesendet haben. Dann wurden sie neu terminiert, und nun finden sie im Januar und Februar immer dienstags von 13 bis 14 Uhr statt. Der Eintritt ist frei! Natürlich hat das Publikum sehr spezielle Hörinteressen, aber wir laden auch Schulklassen ein. Diese Termine passen gut zu ihren Schulzeiten, sodass wir meistens eine Frequenz von 200 bis 400 Besuchern haben.” Der RTÈ übernimmt mit “Horizons” institutionelle Verantwortung für zeitgenössische Musik, sieht seine Aufgabe als Patronage und gibt jedes Jahr mehrere Werke für RTÈ-Ensembles in Auftrag. Die Präsentationen werden dann im Radio übertragen.

Für die Porträtkonzerte werden von einem Komitee aus RTÈ-Repräsentanten pro Wintersaison vier Komponisten bestimmt, die eigene und je biographisch für sie wichtige Werke in einem Tableau vorstellen können. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn hat jeder Komponist die Gelegenheit, im John Fields Saal der National Concert Hall seine Konzeption für Interessierte zu erläutern. “Die Probenzeit ist sehr kurz, nur am Montag und Dienstag sind ein paar Stunden zur Verfügung, um diese oft sehr komplexe Musik zu lernen”, sagt Séamus Crimmins. Dennoch haben die Aufführungen mit dem RTÈ National Symphony Orchestra eine exzellente Qualität und eine Atmosphäre mit neugierigem Appetit: Unter der Parole “Discover what’s out there” (entdecke was draußen ist), nämlich jenseits der bekannten Horizonte, sollte man als Tourist zur Winterzeit in Dublin an einen Besuch in der National Concert Hall denken. Dienstags, zur Mittagszeit, wartet dort das Unerwartete – Irland.
Weiterführende Informationen:
Homepage Frank Corcoran

THIS BIOGRAPHCAL NOTE IS SERIOUSLY INADEQUATE, FRANK CORCORAN

Corcoran, Frank

(b Borrisokane, Tipperary, 1 May 1944). Irish composer. He studied music, philosophy, ancient languages, and theology at Maynooth, University College Dublin, Trinity College Dublin, and in Rome, and composition in Berlin with Blacher (1969–71). He has served as music inspector for the Irish Department of Education (1971–9), been a guest of the Berlin Artist’s Programme (1980–81), and has taught at the Staatliche Hochschule für Musik, Stuttgart (1982–3) and the Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Hamburg (from 1983). He was elected to Aosdána, the Irish academy of creative artists, in 1983. He was a Fulbright visiting professor and Fulbright scholar in the USA in 1989–90. His compositions have won a number of prizes including the Studio Akustische Kunst First Prize in 1996 for Joycepeak Music, first prize at the Bourges International Electro-acoustic Music Competition in 1999 for Sweeny’s Vision, the EMS Prize, Stockholm in 2002 for Quasi Una Missa, and the International Federation for Choral Music’s Second International Competition for Choral Composition for Eight Haikus in 2013.

Corcoran has developed a distinct and complex language of aleatory macro-counterpoint in which sound layers are superimposed polyphonically but retain independence through distinctive polymetric, agogic, and dynamic indications. This technique is evident from the early Piano Trio (1978) to Ice Etchings no.1 and Mad Sweeney (both 1996). The later was the first of a series of works initially inspired by Seamus Heaney’s translation of the Irish epic. His many cultural interests are reflected in the texts of his vocal works; the opera Gilgamesh (1990), for example, is based on a Sumerian epic. The Irische Mikrokosmoi for piano (1993) are based on traditional Irish melodies and rhythms. From 1999 until 2009 to he worked on a series of works utilizing the descriptor ‘quasi’. These ranged from orchestral works such as Quasi un canto and Quasi una Visione to solo instrumental works such as Quasi un Basso.

Bibliography

KdG (A. Kreutziger-Herr)

A. Klein: Die Musik Irlands im 20. Jahrhundert (Hildesheim, 1996)

E. O’Kelly: ‘Frank Corcoran’, The Blackwell Companion to Modern Irish Culture, ed. W.J. McCormack (Oxford, 1999)

J. Page: ‘A Post-War “Irish” Symphony: Frank Corcoran’s Symphony no. 2’, Irish Musical Studies 7: Irish Music in the Twentieth Century, ed. G. Cox and A. Klein (Dublin, 2003)

Gareth Cox/Mark Fitzgerald

My PIANO TRIO ( of now so distant 1977, I think it was ) holds a special place in my early output , being the first work I´d regard as a break-through with my macrocountrpoint technique .

Now Zagreb Biennale wants to do it in 2013 ( see letter below )
.
But I have the unwell feeling that those parts ( that Boote Und Bock Berlin copyist did the very first hand-written copying in his best blue (!) ink which, of course, has long since woefully faded !) are not available !

Maybe you could :
search and see IF THERE EVER WAS A PROPER COMPUTER VERSION MADE and if ….

( I do remember an Irish copyist over 10 years ago made a banjaxed job of copying my Trio, just not understanding how to get my 3 separate tempi at all …

And yet, from WHICH parts did Daragh Morgan´s lads play a London (King´s Place) version a few years ago ? – Then there was that Spanish Trio Arbos who did it in Sligo, – again it’s some years ago… ).

2017 GOOD WORK ! FRANK CORCORAN’S RHAPSODIC CELLI !

Rhapsodic Celli: The music of Frank Corcoran

Martin Johnson (cello), Fergal Caulfield (piano)

RTE National Symphony Orchestra, RTÉ National Symphony Orchestra Cello Octet, Gavin Maloney

Release Date: 2nd Jun 2017
Catalogue No: CD154
Label: RTÉ Lyric
Length: 67 minutes

CD

€14,25

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MP3 €9,67
CD Quality FLAC €11,90

No digital booklet included
Contents

Corcoran: Cello Concerto
32:19
€6,99

RTÉ National Symphony Orchestra
Gavin Maloney
Martin Johnson

I. Introduzione, energico
9:14
€1,88

II. Canto, impennata
11:40
€2,53

III. Violenza selvaggia
6:17
€1,29

IV. Conclusione
5:08
€1,29

Corcoran: Rhapsodietta Joyceana
2:30
€1,29

RTÉ National Symphony Orchestra
Gavin Maloney
Martin Johnson

Corcoran: Rhapsodic Bowing for 8 Celli
8:41
€1,88

RTÉ National Symphony Orchestra Cello Octet
Gavin Maloney
Martin Johnson

Corcoran: Duetti Irlandesi for Cello and Piano
23:45
€10,32

RTÉ National Symphony Orchestra
Gavin Maloney
Martin Johnson

I. In Aonar Seal
2:47
€1,29

II. Séan Ó Duibhir An Ghleanna
3:08
€1,29

III. Príosún Cluain Meala
2:43
€1,29
Show 5 remaining tracks for Corcoran: Duetti Irlandesi for Cello and Piano

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Soloist Martin Johnson explores Frank Corcoran’s writing for cello in all its nuances, from the swagger of a concerto and the rhapsodic polyphony of his work for eight cellos through to composer’s arrangements of folk tunes for cello and piano informed by the rhythmic patois of the Irish language. Frank Corcoran has lived and taught in Germany for most of his professional life but has retained a profound connection with the literature and traditional music of his native country. It is this distance from and relationship with Ireland that informs so much of his music: directly, as in the case his short Rhapsodietta Joyceana for solo cello and, more subtly, in the tensile interplay between soloist and orchestra in his first Cello Concerto.

There is inthe public consciousness an awareness of 20th century Irish writers and poets, but
most would be slower to
retrieve or recognize the names of composers working in the
same era such as J. F. Larchet (1884
1967), or later composers to which Frederick May belongs such as Rhoda Coghill (1903
2000),
Archie Potter (1918

1980), Brian Boydell
(1917

2000)
and Aloys Fleischm
ann (1910-1992) or even later composers, many still composing now, such as

Frank Corcoran (1944), and the list
continues.

CORCORAN CELLO CONCERTO ON NDR KULTUR BROADCAST 2.12.2017

Prisma Musik

Thema: Kleine Schule des musikalischen Hörens
Frank Corcoran hört das Cellokonzert von Edward Elgar

“Elgars langsame Passagen zerreißen mich innerlich gerade … Es ist wie das Destillat einer Träne”, gestand Jacqueline du Pré einmal, die vielleicht berühmteste Interpretin dieses Werks. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg entstand das Cellokonzert, das man einmal die “Elegie auf eine untergegangene Zivilisation” genannt hat, in der ländlichen Abgeschiedenheit seines Landhauses in Sussex. Das Werk markiert gleichsam den Gegenpol zu “Pomp and Circumstance” in Elgars Schaffen, eine Musik des Abschieds, verhaltener und sparsamer in den Mitteln als alle Orchesterwerke der Vorkriegszeit.

20:00 Nachrichten, Wetter

22:00 Variationen zum Thema
Musikbeispiele zum Themenabend
Edward Elgar:
Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85
Steven Isserlis, Violoncello
Philharmonia Orchestra London
Leitung: Paavo Järvi
Klavierquintett a-Moll op. 84
Pihtipudas Kvintetti
Frank Corcoran:
Cellokonzert
Martin Johnson, Violoncello
RTE National Symphony Orchestra
Leitung: Gavin Maloney

SCRIBBLE ERGO SUM – SOME MOPPINGS UP and SOME MOUSE DROPPINGS

1. A lightening bolt fortissimo this afternoon nearly killed me.

2. The kitten was savaged the day after you left.- Two gigantic
magpies sharpened surgical beaks.

3. My music makes “sense” of cosmic indifference, of early
childhood Hell AND Heaven /

4. It “explores” my “Ireland” – an onion, my salami slices .

5. See Beckett´s “The light gleams an instant -and it is gone “.

6. Yes, my now for ever silent GILGAMESH YEARS were 1985 – 88 ;
yes, death in life and life in death.

7. Henry Vaughan´s “They are all gone into the world of
light / And I alone sit lingering here ” which I quote in my TRAUERFELDER )

8. My 7th. c. Iron Age Ireland ( with its druids and shamanic saints )

9. If German had been my language , I´d long ago have had a go
at writing ” Experimental Theatre “.

10. Yet several orchestral works of mine have – unbeknownst to me -long
become just that.

11. My most violent works fight against , cajole, wish to bamboozle,
YELL against ( my ) DEATH !

12. And yet ,not withstanding, it is true also that the best music HAS TO ( Boulez and
Mozart et al.) get rid of ” Ich” …. How’ll I achieve this ?

13. The best work at the same time also PRAISES glory, “Quasi Una Visione”.

14. Ditto ditto fights against ever-present and never sleeping
SELF-DESTRUCTIVITY !

15. Yes, also Stability v. dizzying chaos /

16. Ten years ago I HAD NOTHING !

17. My music can mock, can grin at or CELEBRATE THE GLORIOUS BEAUTY of a
tone, of three, of a motiv, a phrase…